50 Jahre Studienbeginn (!) gefeiert

Alle Bilder in diesem Artikel von © Ulrike Buntemeyer

Die Alumni der Landespflege feierten ihr goldenes Studienbeginn-Jubiläum gemeinsam mit damaligen Dozenten im Biergarten des Weihenstephaner Bräustüberls. Mit einem besonderen Applaus wurde Professor Emeritus Dr. Dr. Wolfgang Haber (1. Reihe 4. v. r.) begrüßt, einer der Väter der Landschaftsökologie in Deutschland, der wenige Tage vor seinem 98. Geburtstag am Treffen teilnahm.

10.9.2023 Landespfleger der TUM feiern Goldenes Jubiläum „50 Jahre Studienbeginn“

Unter dem Motto „50 Jahre Studienbeginn“ trafen sich im September 2023 rund 30 ehemalige Student*innen der Fachrichtung Landespflege mit damaligen Dozenten in Freising-Weihenstephan, um dieses runde bzw. goldene Jubiläum gemeinsam zu feiern. Der Landespflege Studienjahrgang 1973 stellt eine Besonderheit dar, da er fast der Einzige ist, der den Kontakt untereinander seit Studienzeiten pflegt und sich seit dem 25. Jubiläum regelmäßig auf Studiumsjubiläen und auf Gartenschauen trifft.

Anfang der 1970er Jahre, unter dem Eindruck der Umweltkrise mit Diskussionen zur Nachhaltigkeit und der Erhaltung unserer Lebensgrundlagen, wurde der Studiengang Landespflege an der TUM-Weihenstephan neu geschaffen und durch den akademischen Grad Dipl.-Ing. Landespflege aufgewertet. Der Begriff impliziert einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit Natur und Landschaft mit dem Ziel einer gesunden Gestaltung des menschlichen Lebensraumes und des Schutzes unserer Lebensgrundlagen.

Im Wintersemester 1973/74 begannen ca. 50 Studentinnen ihre akademische Ausbildung in diesem Fachbereich. Ihre Zahl war durch numerus clausus begrenzt. Die angehenden Landespflegerinnen erhielten eine fundierte Ausbildung in natur-, sozial- sowie planungswissenschaftlichen Fächern und konnten nach dem Grundstudium zwischen den Vertiefungsrichtungen Landschaftsarchitektur und Landschaftsökologie wählen. Ziel war es auch, städtebaulich orientierte, interdisziplinär arbeitende Grünplaner auszubilden.
Studienschwerpunkte waren Landschaftsökologie sowie die ökologischen Grundlagen von Naturschutz und Landschaftspflege mit den Themen ökologische Landnutzung und Ökosystemforschung. Dazu zählte auch eine umfassende Pflanzenkenntnis und fundiertes Wissen zur Vegetationskunde.
Für die Ausbildung waren diese beiden Lehrstühle federführend:

  • Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur unter Prof. Günther Grzimek und
  • Lehrstuhl für Landschaftsökologie unter Prof. Dr. Wolfgang Haber.

Lernort war u. a. der Freisinger Staudensichtungsgarten, der unter Prof. Dr. Richard Hansen entwickelt und gestaltet wurde. Dieser hat den Garten in verschiedene Vegetations- und Lebensbereiche eingeteilt mit dem Ziel, jeweils standortgerechte und pflegeleichte Pflanzungen zu entwickeln.
Heute heißt der Garten Sichtungsgarten. Geführt wurden die Alumni von Ulrike Leyhe der technischen Leiterin dieses für Wissenschaft und Forschung bedeutsamen Gartens. Dabei ging sie auf die konzeptionellen und administrativen Veränderungen ein, die der Garten seit seiner Gründung durchlaufen hat.
Im Anschluss besuchte die Gruppe das Institutsgebäude der Landespfleger*innen. Es beherbergt heute den Lehrstuhl für Renaturierungsökologie, den Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Transformation sowie die Studienfakultät Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung. Sie wurden dort von Prof. Dr. Johannes Kollmann, Leiter des Lehrstuhls für Renaturierungsökologie empfangen und auf einem Rundgang über den Werdegang des Institutsgebäudes, seine Außenanlagen sowie der Entwicklung der Landespflege im universitären Bereich unterrichtet.

Der Höhepunkt des Treffens war die Zusammenkunft der Alumni mit den ehemaligen Dozenten im Biergarten des Bräustüberl. Mit einem besonderen Applaus wurde Professor Wolfgang Haber begrüßt, der als einer der „Väter der Landschaftsökologie“ in Deutschland gilt. Ebenfalls gekommen waren die damaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter Gerd Mühle, Werner Nohl, Jörg Schaller, Michael Schober, Annemarie Entrup-Randl, Wolfgang Tomášek und Albert Gründel. Mit Maria Heilmeier erschien auch die gute Seele des damaligen Institutes für Landschaftsökologie. Giselher Kaule ließ eine Grußadresse übermitteln.

Die Zusammenkunft bot bis spät in den Abend allen Gelegenheit, sich in geselliger Runde über frühere Zeiten und spätere Erfahrungen auszutauschen.
Seinen Abschluss fand das dreitägige Treffen mit einem Besuch des konzeptionell umgestalteten Freisinger Diözesanmuseums.
Conrad Fink Dipl.-Ing. Landespflege

Traditionsgemäß besuchte die Gruppe auch den Weihenstephaner Sichtungsgarten, einem ihrer wichtigen Lernorte während des Studiums

Auch ehemalige Dozenten ließen es sich nicht nehmen, die 50er-Absonvent:innen im Bräustüberl-Garten auf dem Weihenstephaner Berg wieder zu treffen: links seitlich im blauen Hemd: Prof. Dr. Werner Nohl (Homepage), hintere Bank links: Prof. Dr. Haber, Prof. Dr. Schaller. Die ehem. Technische Assistentin des Lehrstuhls für Landschaftsökologie Maria Heilmeier gleich daneben.

Das Treffen fand wenige Tage vor Habers 98. Geburtstag statt

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